Corona: Und was machen wir Kinder Gottes?

Da nun die Infektionszahlen mit COVID-19 v.a. auch in Deutschland stetig niedrig zu sein scheinen, erleben die Gemeinden auch mehr und mehr einen gewissen Neustart. Gottesdienste und andere Gemeindezusammenkünfte finden nach und nach wieder statt. Und die große schwierige Phase scheint erst einmal passé.

Wenn Corona ein endzeitlicher Warnschuß unseres Herrn an die Welt war – wie es ja durchaus an zu nehmen sein kann – so ist all das was mit und um Corona passiert auch ein Spruch Gottes an Seine Gemeinde – und da ist es wo es eben auch interessant und wichtig wird. Wenn man zurückblickt bleibt ein ganz schön interessanter Abdruck der Christengemeinde zurück, der – das ist mir bewußt – ein Stück weit subjektiv ist. Dennoch ist es sicher nicht vollkommen(!) subjektiv – und es hat so Einiges zu Tage gefördert:

Lange – bis in den April und Mai hinein haben viele Christen das Thema dieser Infektion nicht ernst genommen. Und bis heute (Juli 2020) gibt es Geschwister in den Gemeinden, die z.B. einfach nicht verstehen, warum es behördlich angeordnete Schutzmaßnahmen gibt, die auch von Gläubigen bei Gemeindetreffen zu befolgen sind. Entsprechend wird auch noch immer nicht konsequent Folge geleistet. Letztlich erlebe ich im normalen Supermarkt genau dasselbe… Da ist also fundamental eine sehr große Übereinstimmung zwischen der Gemeinde und der Welt. Das gibt zu denken. Sind mir denn Passagen wie Römer 13 im Zweifelsfall dann eben doch egal? Unser Staat verlangt(e) hier sicherlich nichts was direkt gegen das Wort von Christus spricht. Und vor allem Römer 13, 5 scheint ja unmissverständlich was die geistliche Wichtigkeit der Passage angeht:

1 Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. 2 Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. 3 Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; 4 denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. 5 Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen.

Römer 13, 1-5 (ELB)

Auch hat Verhalten dieser Art gezeigt wie schwierig es für viele ist, die Welt in der man gern v.a. Sonntags lebt mit dem was in der „realen“ Welt von Mo-Sa passiert zu vereinen. Da ist denke ich einfach vielen schnell der Atem ausgegangen, um das was sie geistlich wissen müssten wirklich auf ihr eigenes reales Leben in dieser Welt zu übertragen, also Biblische Entscheidungen zu treffen, und sich dem geistlichen Verständnis gemäß auch zu verhalten.

6 Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! 7 Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? 8 Ich sage euch, daß er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?

Lukas 18, 6-8 (ELB)

„…wird der Sohn des Menschen wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?“ (Lukas 18,8b). Am Ende wird nicht zählen was ich in Gottesdienst und Gebetsabenden ständig über meinen Glauben bekräftigt habe, sondern was mit mir im Herzen wirklich los war. Auch für mich eine gewaltige Ermahnung, ganz klar.

Für mich verblüffend war es auch zu sehen, wie einige ihren Glauben an den Herrn Jesus Christus quasi als Freibrief verwendet haben, um sich einfach um gar nichts was Corona betrifft zu kümmern – geschweige denn irgendwelche Maßnahmen zu halten.

Die viel beschworene Souveränität Gottes als Blankoscheck für „ich bin für nichts verantwortlich“ einsetzen. Ein simples Beispiel aus Jakobus lehrt da aber etwas distinkt anderes:

1 Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit, ohne Ansehen der Person! 2 Denn wenn in eure Synagoge ein Mann kommt mit goldenem Ring, in prächtigem Kleid, es kommt aber auch ein Armer in unsauberem Kleid herein, 3 ihr seht aber auf den, der das prächtige Kleid trägt, und sprecht: Setze du dich bequem hierher! und sprecht zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich unten an meinen Fußschemel! – 4 habt ihr nicht unter euch selbst einen Unterschied gemacht und seid Richter mit bösen Gedanken geworden? 5 Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? 6 Ihr aber habt den Armen verachtet. Unterdrücken euch nicht die Reichen, und ziehen nicht sie euch vor die Gerichte? 7 Lästern nicht sie den guten Namen, der über euch angerufen worden ist? 8 Wenn ihr wirklich das königliche Gesetz «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» nach der Schrift erfüllt, so tut ihr recht. 9 Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt.

Jakobus 2, 1-9 (ELB)

Man muss hier nicht noch viel dazu erklären warum das auf eine „egal“- oder „ich kann eh´nichts ändern“ Haltung während der Corona-Pandemie übertragbar ist? Spätestens aus Jakobus 4, 17 sollte es klar ersichtlich sein:

17 Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.

Jakobus 4, 17 (ELB)

Die „Person ansehen“ kann man auch dadurch, dass man bekannte Risiken für andere – z.B. im Gottesdienst – ignoriert. Und in den jetzigen COVID-19-Zeiten ist recht deutlich was das für das eigene Verhalten bedeutet.

Nochmal an einem Beispiel erläutert: Im Zusammenhang eines ganz absichtlich unterlassenen medizinischen Vorbeugeverhaltens hatte mir ein Bruder vor einigen Monaten folgendes gesagt: „Wir wollen eben, dass es auf Gott ankommt was geschieht“. Verständlich, und wirklich eine wundervolle gute geistliche Absicht. Aber im Licht von Jakobus scheint auch klar: Gott will, dass wir uns mit unseren Möglichkeiten beteiligen. Auch wenn es um Corona geht…

Und noch ein letzter Aspekt: Trotz Gottes Vorkenntnis aller Dinge kann man sich gut vorstellen, wie Gott während des eben auch Gemeinde-Shutdowns der letzten Monate mit angesehen hat, wer sich trotz der „Pflicht-Veranstaltung Sonntags-Gottesdienst“ weiter um den Glauben befasst hat, und wer es letztlich hat in Vergessenheit geraten lassen. Es wirft uns alle auf die Frage zurück: Warum ist man bei der Gemeinde dabei? Wegen all dem was eine Gemeinde zu bieten hat? Oder wegen des Werkes Jesu Christi?

Eines der besten Zitate zu dieser Problematik stammt meiner Ansicht nach von A. W. Tozer:

„You win them to what You win them with“ .

Aiden Wilson Tozer.

bedeutet soviel wie: „Mit den Dingen die Du benutzt um Menschen zu gewinnen – genau für(!) diese (!) Dinge gewinnst Du sie auch“.

Auf die Gemeinde bezogen heißt das: Wenn wir Menschen in Gemeinden sehen die aufgrund von gesellschaftlicher Attraktivität oder emotionalen Vorteilen vom Gemeindeleben angelockt werden – dann werden sie auch genau deshalb in der Gemeinde sein. Und wenn die Gemeinde – z.B. während eines Corona-Shutdowns nicht zusammenkommt – dann wird auch das Interesse dieser Menschen an der Gemeinde abfallen. Oder sogar noch schimmer – genau deshalb werden viele die Gemeinde vermissen – aber nicht wegen Jesus Christus! – Corona bringt an den Tag – wenn nicht auf Erden – dann in jedem Fall im Himmel. Und das ist gut so. Und es muss so sein.

Mich erinnert das ganz persönlich an die Frage, was wir uns vom Christ-Sein eigentlich wirklich im Herzen erhoffen? Ist es v.a eine diesseitige Hoffnung? Oder geht es uns um das Himmlische (wo definitiv der Fokus der Lehren Jesu liegt)? Selbst Bartimäus musste Jesus antworten… und sagen was Er wirklich will. Also was sollte Bartimäus wirklich…?

39 Und die Vorangehenden bedrohten ihn, daß er schweigen sollte; er aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! 40 Jesus aber blieb stehen und befahl, daß er zu ihm gebracht werde. Als er sich aber näherte, fragte er ihn: 41 Was willst du, daß ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, daß ich sehend werde! 42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich geheilt. 43 Und sofort wurde er sehend, folgte ihm nach und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk, das es sah, gab Gott Lob.

Lukas 18, 39-43

Also was wollte Bartimmäus wirklich? Einen 2. David? Oder einen Sohn Gottes – den Christus der ihn für das Himmlische sehend macht? Und genau vor diese Frage stellt uns auch COVID-19.

Wichtig ist: Wer die Reise als Kind Gottes angetreten hat, der kommt auch an. Grade deshalb: Wir brauchen als Glieder im Leib Gottes – als ganzer Leib Jesu Christi das was Gott mit dem Corona-Virus tut – sonst würde unser Herr Jesus Christus es nicht so geschehen lassen. Selbst COVID-19 ist auf Ihn hin geschaffen worden.

36 Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Römer 11, 36 (ELB)